Plantes i humans
Plantes i humans

Dichter und Denker

 

Im Land der Richter und der Henker

Sind wir, die Dichter und die Denker

Mit Kunst, die Gräben überbrückt

Nicht grad mit Talern wohlbestückt

 

So zeigte Spitzweg ungebeten

Sein Mitleid wider die Poeten

Der Maler widmete uns mild

Sein erstes weltbekanntes Bild

 

Was schuf der Maler für Gesichter

Mit seinem Bild vom armen Dichter

Zwar zweifelsohne gut gemeint

Auch wenn es ehrenrührig scheint

 

Uns so mit Mitleid zu verminen

Ist sicher nicht, was wir verdienen

Auch der kriegt Mitleid leicht geschenkt

Der niemals dichtet oder denkt

 

Ich leb nicht schlechter, sondern schlichter

Das Dach nicht dicht, doch ich bin Dichter

So bin ich andrerseits nicht arm

Mit reicher Kunst und reichem Charme

 

Und bin zum Geld ich nicht erkoren

So hab ich doch der Menschen Ohren

Und das ist mehr in dieser Welt

Als alles Gut und alles Geld

 

Ich steige fröhlich auf die Bühne

Und führ das Publikum ins Grüne

Und selbst ins Märchenwesenland

Folgt mir das Publikum gebannt

 

Ich führ die Menschen auf die Reise

Und bin bald unbedarft, bald weise

Mal zeig ich Dunkelheit, mal Licht

Mal bin ich tolpatschig, mal nicht

 

Wohin ich reis mit Wind und Segel

Da folgt das Volk mit Kind und Kegel

Mit Frau und Katze, Mann und Maus

Und schenkt kein Mitleid, nur Applaus

 

Ich kann im Guten wie im Schlimmen

Der Menschen Stimmungswelt bestimmen

Und hab als Fürst von meinem Stand

Die Menschen heimlich in der Hand

 

Das heißt natürlich ohne Frage

Dass ich Verantwortungen trage

So führ ich alle, Kind und Maus

Von jeder Reise gut nach Haus

 

Gereon