Gereon Janzing, geobotánico y etnobotánico
Gereon Janzing, geobotánico y etnobotánico

Geobotanische Exkursionen

Wenn Sie die wunderbare Natur Ibizas genießen und dabei etwas über die Pflanzen und die Ökologie Ibizas lernen möchten, sind Sie willkommen, an meinen geobotanischen Exkursionen teilzunehmen. Ich kann Ihnen Pflanzen in ihren Habitaten zeigen, von ihren traditionellen und möglichen Nutzungen und ihrer ökologischen Rolle sprechen, dank meiner Univeritätslaufbahn, meinem Leben in und mit der Natur, meinen Kontakten zur heimischen Bevölkerung und praktischen Arbeiten, zum Beispiel in der biologischen Landwirtschaft. Das einzige, was von Ihrer Seite nötig ist, ist Interesse an der Natur und an Ibiza.

Ich lese Fachliteratur auf Katalanisch und höre Fachvorträge auf Ibizenkisch. Falls Sie kein Katalanisch können, können Sie das nicht tun, aber Sie können an meinen Exkursionen teilnehmen und solche Dinge auf Deutsch lernen. Meine Website http://www.geobotanicapityusa.es/ ist viersprachig: katalanisch, spanisch, deutsch und englisch. Es ist klar, dass manche Menschen die Vegetation Ibizas besser kennen als ich. Ich kann sie in einen weiteren geografischen und ökologischen Zusammenhang stellen dank verschiedener Forschungsreisen und meinem Studium; ich habe schon im Auftrag meiner Universität geobotanische Exkursionen geleitet. Es stimmt schon, dass meine Universoitätskarriere mich nicht zu einem besseren Menschen macht, aber sie hilft mir, die Natur besser zu verstehen.

Sehr aromatisch: der Kopfthymian

Wir haben viele schöne Exkursionen mit einer guten Atmosphäre unter den Teilnehmenden gehabt. Danke allen, die zum schönen Gelingen meiner Exkursionen beigetragen haben! Damit es so weiter geht und Sie schöne Exkursionen genießen können, möchte ich ein paar Dinge abklären.

Falls Sie an Heilpflanzen interessiert sind, sind das viele in meinen Exkursionen. Ich unterhalte mich gerne mit älteren Frauen, um von ihrer überlieferten Weisheit zu lernen - Hexen, wenn man mir erlaubt, sie hochachtungsvoll so zu nennen. Ich lese Bücher zum Thema, nicht nur auf Katalanisch und zu Ibiza, auch zum Beispiel auf Deutsch und Russisch, um einen umfassenderen Überblick zu bekommen. Ich habe Artikel für zwei Zeitschriften über Hanf als Heilpflanze geschrieben, mit ihren großen Heilwirkungen, aber auch ihren Gegenanzeigen, denn eine mächtige Pflanze ist kein Spielzeug. Ich bin an allen Themen der Selbstversorgung interessiert. Ich nutze oft Wildpflanzen zum Essen und zur Teebereitung. Ich trinke manchmal Rosmarintee zur Anregung und ich habe ein selbstgemachtes Kräuterkissen mit Lavendel zur Förderung des Schlafes. Da Heilpflanzen - ebenso wie kommerzielle Medikamente - dazu dienen, Krankheiten zu kurieren, und ich bisher nicht viel krank war, muss ich gestehen, dass ich mit ihnen glücklicherweise wenig Erfahrungen habe. Auf Ibiza wird viel von "Heilung" (oder "healing") gesprochen, ich spreche lieber vom Gesundbleiben. Falls Sie ein Gesundheitsproblem haben, ist es natürlich gut, eine Lösung zu schaffen. Probleme existieren, um gelöst zu werden. Klar ist indes, dass keine Pflanze, so gut sie auch ist, einen gesunden Lebensstil ersetzen kann. Wenn Sie also wenig körperlich aktiv sind, wenig schwitzen, viel rauchen, zudem einer einseitigen Ernährung frönen (die biologische Landwirtschaft und die Weidetierhaltung boykottieren) und Nahrungsergänzungsmittel schlucken (ein großes Geschäft), dann liegt die Lösung nicht in einem wundersamen Pflänzchen, sondern in einem Wechsel Ihres Lebensstiles. So gesehen, möchte ich sagen, ich bin kein wirklicher Experte für Heilpflanzen, aber ich weiß als Biologe einiges über die Funktionsweise des menschlichen Körpers und hoffe, bei gesundheitlichen Problemen einfühlsam zu sein bei der Erforschung der Ursachen und möglicher Abhilfen.

Falls Sie etwas beizutragen wissen über Nutzungen (auch medizinische), ibizenkische Traditionen, die überlieferte Weisheit (die einige ältere Frauen bewahren), eigene Erfahrungen, was auch immer, super. Auch mir gefällt es, zu lernen. Nicht sosehr interessiert mich die Meinung mancher Ideologen, die Anhänger gewinnen, indem sie schlecht über die Ärzte sprechen, das qualifiziert noch nicht, um über Heilpflanzen zu sprechen.

Kinder sind bei meinen Exkursionen willkommen, nur bitte ich, dass die erwachsenen Begleitpersonen sich verantwortlich fühlen.

Falls Sie einen Hund mitnehmen möchten, ist es gut, das im Vorfeld abzuklären, meist ist es möglich. Halten Sie ihn unter Kontrolle. Falls er schlecht erzogen ist, lassen Sie ihn zu Hause; ich habe Hunde erlebt, die Radfahrer belästigten, solche Hunde bitte nicht in meinen Exkursionen. Falls Ihr Hund beim Anblick von Schaf- und Ziegenherden nicht ruhig bleiben kann, lassen Sie ihn bitte zu Hause. Das größte Problem für Hirten und ihre Tiere sind zumeist Hunde.

Falls Sie rauchen, ist es Ihre Verantwortung, nicht in sensiblen Gebieten wie dem Wald zu rauchen und nie die Stummel in die Natur zu werfen.

Anagyris foetida

Selbstverständlich haben wir in der Ökologie wie in jeder Wissenschaft Fachausdrücke, die jeder Ökologe versteht, die aber für andere seltsam klingen mögen (wie "logistisches Wachstum", "ökologische Vikarianz", "Kationenaustauschkapazität"). Lassen Sie sich von solchen Schwierigkeiten unserer Wissenschaft nicht erschrecken, ich bemühe mich, mich für das Publikum verständlich auszudrücken. Nur bitte ich, dass Sie, falls Sie keine ökologische Ausbildung haben, bitte nicht besserwisserisch daherkommen, dass Sie nicht auf urbanen Legenden zur Ökologie beharren. Die Ökologie gründet sich nicht auf Meinungen, sondern auf Fakten. Es ist nicht alles gültig, wie es viele Leute auf Ibiza glauben.

Wir respektieren die Natur. Wir können ein paar Pflanzen für irgendeine Verwendung nehmen und ich verstehe, dass das für viele Teilnehmer ein wichtiges Thema ist, aber dabei respektieren wir immer die Ökosysteme, ohne sie überzustrapazieren. Wir respektieren die bestellten Äcker. Wir treten nicht darauf herum. Bewachen Sie diesbezüglich auch Ihren Hund.

Falls Sie sich als Hippie, als Kind von Mutter Erde, was auch immer, betrachten, hervorragend. Bitte respektieren Sie, dass wir nicht alle Hippies sind. Und respektieren Sie die Bauern und ihre Arbeit: Die Feldfrüchte und das Obst an den Bäumen gehören uns nicht. Ich habe viel von einem Hippie, falls das heißt, wenig Konsumismus zu praktizieren und die Natur zu respektieren, dank meiner Ausbildung verstehe ich sogar die Natur und ihre Bedürfnisse umso besser. Aber ich habe nichts von einem Hippie, falls das heißt, die Gesellschaft und ihre Werte zu verachten und sie auszunützen. Auch bion ich kein Hippie, wenn das bedeutet, einfache Lösungen für komplexe Probleme zu propagieren, etwa das Elektroauto gegen die Luftverschmutzung oder eine einseitige Ernährung gegen den Klimawandel, für solches Niveau bin ich überqualifiziert.

Wir respektieren die Traditionen Ibizas. Wir praktizieren keinen Vandalismus. Falls Sie einer snobistischen Ernährung folgen, ist das Ihre persönliche Angelegenheit. Falls Sie Milch und ihre Derivate meiden, respektieren Sie dennoch, dass Ibiza eine Insel mit großer Milch- und Käsetradition ist. Falls Ihnen das nicht passt (Galaktophobie), fahren Sie nach Japan, nicht nach Ibiza. Falls Sie kein Fleisch essen, repektieren Sie dennoch, dass die Schlachtungen für Ibizas ökologisches und ökonomisches Gleichgewicht notwendig sind. Mein Ego ist sehr vegetarisch, aber ich schätze die Biodiversität, ein gutes Ressourcenmanagement und das Sozialleben und überwinde deshalb gelegentlich mein Ego. Zur Biodiversität gehören auch die lokalen Nutztierrassen; und um diese zu bewahren, muss man sie essen, wie auf Ibiza allgemein bekannt ist.

Berücksichtigen Sie, dass Ibiza viele Ökosysteme mit großer Biodiversität der Weidewirtschaft verdankt. Mir erscheint es angemessen, den Hirten Dank zu sagen, dass sie das Land pflegen, jeder ökologisch interessierte Mensch sollte das tun. Insbesondere wenn wir in Weideökosystemen Kräuter sammeln, etwa Thymian. Und die Hirten haben viel Erfahrung mit der Natur, so können wir von ihnen lernen.

Illa de sa Mesquida

Für gewöhnlich sind die allermeisten Teilnehmer respektvoll. Nur einmal gab es eine Gruppe von Leuten, die die Weidewirtschaft boykottierten: vegane Snobs, die sich aufführten, als gehöre die Welt ihnen, und die nur an den Nutzungen der Pflanzen interessiert waren, daran, die Natur auszubeuten, sie wollten nichts von den Ökosystemen wissen, von den Menschen, die die Natur pflegen, den Menschen, denen wir das Vorhandensein gewisser Pflanzen vedanken. Deutsche ohne Interesse an Ibiza, ein paar junge Frauen, bei denen ich den Verdacht habe, dass sie hinter ihrer defizitären Ernährung eine Magersucht verbargen. So ein Egozentrismus ist mir in meinen Exkursionen nicht recht. Wir sind nicht alleine in der Welt. Meine Exkursionen sind eben gerade dazu da, unsere Umgebung wahrzunehmen. Wir nutzen die Natur, aber wir missbrauchen sie nicht. Das ist gerade das Prinzip der biologischen Landwirtschaft: Wir pflegen die Erde, wir beuten sie nicht aus.

Falls Sie nicht den Konsumismus als solchen, die industrielle Massenproduktion und überflüssige Nahrungsmitteltransporte und -verpackungen hinterfragen, sondern statt dessen speziell und undifferenziert einen Produkltionszweig, wie etwa die Viehhaltung, ist das Ihr persönliches Hobby und für meine Exkursionen ebenso irrelevant wie die Information, ob Sie Briefmarken sammeln. Doch wenn Sie sich deswegen gegenüber der Information über Ibiza und seine Ökologie verschließen, fragen Sie sich doch mal, was Sie denn auf meinen Exkursionen lernen möchten.

Pityusenziege (cabra pitiüsa)

Die Natur hat uns viel zu zeigen, hören wir freudig auf sie!