Gereon Janzing, geobotánico y etnobotánico
Gereon Janzing, geobotánico y etnobotánico

Katalanische Sprache

Das Katalanische ist eine der romanischen Sprachen, nah verwandt mit dem Okzitanischen (Provenzalischen). Während der spanischen Diktatur lernte man, das Katalanische sei ein spanischer Dialekt, was natürlich Unsinn ist. Obwohl die Unterscheidung zwischen Sprache und Dialekt nicht immer klar ist, besteht in diesem Fall keinerlei Zweifel. Bis in die Renaissance betrachteten viele das Katalanische als einen okzitanischen Dialekt, was mehr Sinn hat, da diese zwei Sprachen tatsächlich sehr ähnlich sind. Heute wird es als das anerkannt, was es ist: eine Sprache. (Okzitanisch oder Provenzalisch war die Sprache der mittelalterlichen Troubadoure, heute gibt es kaum noch Sprecher.)

Die zwei Hauptdialekte sind:

– das Westkatalanische: Nordwestkatalanisch und Valenzianisch; und

– das Ostkatalanische: Zentralkatalanisch, Nordkatalanisch oder Roussillonesisch in Frankreich, Balearischen (Ibizenkisch, Mallorquinisch und Menorquinisch) und Algueresisch auf der Insel Sardinien.

Die Terminologie der Dialekte ist nicht einheitlich. Es gibt Autoren, die nur das Nordwestkatalanische als Westkatalanisch bezeichen und nur das Zentralkatalanische als Ostkatalanisch. Das Nordwestkatalanische findet man auch als Leridanisch bezeichnet.

Der bedeutendste Unterschied ist, dass die Vokale a und e im Westkatalanischen sich auch in unbetonter Silbe klar unterscheiden, während sie im Ostkatalanischen in einem einzigen neutralen Vokal zusammenfallen. Auch der Vokal o hat im Westkatalanischen in unbetonter Silbe seinen vollen Laut und im Ostkatalanischen wird er wie u gesprochen – doch hier gibt es eine Ausnahme: Im größten Teil Mallorcas bewahrt das o auch in unbetonter Silbe seine Aussprache.

Das Katalanische hat viele Parallelen zum Spanischen, teilweise aufgrund direkten Einflusses; auch hat es Parallelen mit östlicheren romanischen Sprachen, einige  überraschende Parallelen zum Bündnerromanischen. Eine Parallele einiger katalanischer Dialekte mit dem Sardischen (auf Sardinien) ist der Artikel namens „article salat".

Zwei Personen (katalanisch: dues persones, Ibizenkisch: dos persones) müssen erwähnt werden, wenn wir über die Geschichte der katalanischen Sprache sprechen:

Ramon Llull (1232/1233 - 1315/1316) war Philosoph und auch als Schriftsteller aktiv. Sein Werk hat bis heute so einen Einfluss auf die katalanische Sprache, dass seine Texte für einen gebildeten Katalanen wenig Schwierigkeiten bieten, auch wenn er keine Ausbildung  in Altkatalanisch hat. Einige Verbformen sind sehr verschieden von den heutigen. Der männliche Artikel in seinen Texten ist derjenige seiner Epoche, lo (Plural: los), der heutzutage aufs Nordwestkatalanische beschränkt ist. Wenn Llull Poesie schrieb, tat er das jedoch auf Okzitanisch, das damals in Katalonien die Sprache der Poesie war.

Pompeu Fabra (1868 - 1948) bildete eine einheitliche Orthographie fürs Katalanische, wobei er die dialektalen Aussprachen berücksichtigte, aber auch die Etymologie und die Tradition. So mag es einem Ostkatalanen absurd erscheinen, casa mit a, aber cases mit e zu schreiben, da er keinen Unterschied spricht. Aber für einen Westkatalanen spiegelt der Unterschied in der Schreibung einen Unterschied in der Aussprache wieder. Etymologisch mag es absurd erscheinen, cavall mit v und nicht mit b zu schreiben wie lateinisch caballus. Der Grund dafür ist, dass die Schreibung mit v in alten Texten Tradition hat;  außerdem wird in einigen Dielkten zwischen b und v unterschieden, und cavall wird mit v ausgesprochen.

Zwei Bücher, die ich empfehlen kann (auf Katalanisch):

Lluís-Anton Baulenas: Manual de llengua catalana. Barcelona 1986.

Frances de B. Moll: Gramàtica catalana referida especialment a les Illes Balears. Palma 1968. 14ª edició 2008.