Plantes i humans
Plantes i humans

Meine Biografie

Ich auf dem Fahrrad (Foto: Alfredo Roig)

Ich wuchs im schönen Schwarzwald auf, wo ich immer einen guten Bezug zur Natur hatte, großenteils einer von Menschen geformten Natur. Meine Eltern brachten mir schon von klein an bei, viel und immer mehr zu wandern.

Als ich die Schule beendete, musste ich Entscheidungen treffen, was ich mit meinem Leben machen soll ... Ich konnte kein Sportler werden: Im Sportunterricht war ich immer der schlechteste Schüler. Auch Musiker konnte ich nicht werden (und wenn du mich auf einer Bühne hast singen hören, weißt du warum).

Mein Vater führte mich in Botanik, Astronomie und Technik ein. Er war Professor und Ingenieur und einer der Pioniere darin, Unterricht über Sonnenenergie zu geben, sodass viele Unternehmer in diesem Bereich von ihm ausgebildet worden sind. Von ihm lernte ich viel über Logik und Computer; ich schrieb ihm einige Programme auf seinem Compter. Also etwas davon als Beruf? Meine Mathematiklehrerin vom Gymnasium wollte, dass ich dieses Fach studiere. Allerdings war ich damals mehr an den Theorien der großen Anarchisten interessiert als an etwas, dass mich elitär machen würde. Wenn ich es getan hätte, wäre ich heute vielleicht in irgendeiner hohen Position mit internationalem Renommee, da ich mich in Mathematik verlieren kann und dabei mein gesamtes Umfeld vergesse; das hätte mich uneinfühlsam gegenüber dem Rest der Welt gemacht. Ich hätte die schönsten Aspekte des Lebens verpasst. Und ich wäre nie nach Ibiza gekommen ...

Schließlich arbeitete ich mehrere Jahre als ... Halt! Das werde ich dir später erzählen.

Ich studierte in Freiburg im Breisgau Biologie, Geografie und Ethnologie. Ich spezialisierte mich auf Geobotanik, Ökologie, Agrarethnologie und Kulturökologie. Und natürlich Ethnobotanik.

In jener Zeit ging ich oft zu Fuß die 40 km bis zum Haus meiner Eltern durch wunderschöne Landschaften, selten von anderen Menschen begleitet, immer von viel Natur begleitet. Und die Universität stellte mich an zur Leitung geobotanischer Exkursionen.

Nach dem Studium machte ich etwas Faszinierendes, das mit allen Stereotypen darüber bricht, was ein Akademiker üblicherweise tut: Ich ging auf eine Alp (Alm) in den Schweizer Alpen, ich lebte in einer romantischen Hütte ohne elektrisches Licht in einer bezaubernden Landschaft und arbeitete mit Rindern und Ziegen. Was gibt einem mehr Verbindung zur Biologie, als in der Natur Tiere zu hüten? Was gibt einem mehr Verbindung zur Geografie, als über die Erde zu laufen? Was gibt einem mehr Verbindung zur Ethnologie als am Leben der lokalen Bevölkerung teilzunehmen? Erinnerungen an den Chemieunterricht in der Schule erwachten jedes Mal in mir, wenn wir den Säuregrad der Bakterienkulturen zur Bereitung des Käses mittels der Reaktion mit Phenolphthalein maßen. Ich verbrachte dort zwei Sommer mit sehr wertvollen Menschen. Was mir am schwersten fiel, waren die Abschiede, zu verstehen, dass es ein Leben nach dem Alpsommer gibt; ich fühlte mich so zu Hause mit der Natur, den Ziegen, dem einfachen Leben ... Dort lernte ich, professionell Ziegenkäse zu machen. Da der Keller ein hervorragendes Mikroklima hatte und ein Kollege mich sehr gut einwies, war der Käse ein großer Erfolg.

Aber, ich in den Alpen mit meiner krankhaften Höhenangst, die mich lähmte? Jawohl! Ich konfrontierte mich mit ihr, und schon im ersten Sommer wurde ich von dem Leiden geheilt.

Und jetzt gestehe ich dir, dass ich vorm Studium einige Jahre in der biologischen Landwirtschaft arbeitete. Als ich studierte, stützte ich mich in meinen Referaten und auf Exkursionen auf die Landwirtschaft. Wir machten eine Universitätsexkursion ins französische Zentralmassiv und wir besuchten eine Höhle, wo Roquefort-Käse reifte. Als Student reiste ich nach Ecuador (Hin- und Rückfahrt im Frachtschiff), wo ich in einer (Quechua-sprachigen) indigenen Gemeinschaft in der Landwirtschaft arbeitete. Ein Compañero lehrte mich, mit Ochsengespann zu pflügen. Danach schrieb ich meine Magisterarbeit über die andine Viehhaltung.

Ich bin überzeugt: Meine Geobotanikprofessorin in der Universität verdankt einen Teil ihrer Weisheit einem landwirtschaftlichen Praktikum, das sie absolviert hat.

In den darauffolgenden Sommern machte ich ähnliche Arbeiten. Ich lernte viele verschiedene Arbeiten, viele Menschen allerlei Sorten (ich hatte sogar als Chef einen Bauern, der die klassischen anarchistischen Werke besser kannte als ich) und viele Produkte erster Qualität kennen. Manchmal (erstaunlicherweise nicht immer!) war das Zusammenleben eine Herausforderung. Zwei aufsehenerregende Überschwemmungen zeigten mir die Kräfte der Natur und die Grenzen der menschlichen Macht, etwas, das mich beruhigt.

Sag es nicht den Gewerkschaftlern: Oftmals arbeitete ich 90 Stunden in der Woche. Und das mit Ziegen ist eine anspruchsvolle Arbeit, eine Herausforderung, und eben deswegen befriedigend. In einem jener Sommer verlor ich meine Metallflöte aus Irland, ich jammerte in mehreren Briefen, und kurz darauf hatte ich drei Flöten. So sind die Frauen.

Ich beziehe meine Erfahrungen mit der Landwirtschaft in meinen Publikationen ein. Nach mehreren Sommern der Arbeit im bündnerromanischen Sprachgebiet (einer Minderheitensprache mit starken deutschen Einflüssen), schrieb ich einen Sprachführer, der im Allgemeinen in den großen Buchhandlungen Deutschlands vorrätig ist, gegenwärtig in seiner dritten Auflage.

Ich im Wald von Ibiza (Foto: Andrew Burns)

Oft rezensiere ich Bücher (z. B. ein großes Lob für ein Buch einer jungen Aktivistin, die ihre Ideale im Alltag lebt, einen Verriss eines Buches eines Lehrstuhlinhabers der Biologie, der Falschinformation zugunsten der Gentechnik verbreitet).

Ich gab Nachhilfeunterricht, und es verschaffte mir viel Befriedigung, zu sehen, dass sich die angeblich minderbegabten Schüler sehr interessiert zeigten und mit Freude lernten (so wie ich selber mit Freude Sprachen lerne, ohne eine Begabung zu haben).

Ich arbeitete in einer biologischen Gemüsegärtnerei nahe Freiburg mit einem sehr angenehmen Chef, der selbst nach einem verheerenden Hagel noch bei guter Laune blieb.

Jahrelang war ich ehrenamtlicher Mitarbeiter im BUND-Regionalverband, einer sehr aktiven Gruppe, die mich manchmal einlud, Vorträge zu halten. Wir pflegten Biotope, wir halfen Kröten bei ihren Wanderungen, ich nahm an der Personalauswahl teil und war gar Leiter einer Untergruppe. Um Missverständnisse zu vermeiden: Es ist keine Gruppe, die Politiker anklagt, weil sie nicht die Probleme lösen, sondern sie arbeitet selber an besagten Lösungen.

Ich hatte eine Wohnung voller Zeug, einen großen Computer und viele Bücher. Als ich nach Ibiza umzog, verschenkte ich einen Großteil meines Habs und Guts, um freier zu sein. Was für ein Loslassen, was für eine Erleichterung! Ich stieg aus einer gebildeten Elite aus in Richtung auf eine heterogenere Menschheit.

Viel ließ ich zurück. Und ich fand: neue Freunde, die Nähe zum Meer, ein angenehm einfaches Leben in der Inselnatur ... Das Leben, das ich jetzt führe, ist weniger bequem, kein Zweifel, aber abenteuerlicher. Ich habe mehr Herausforderungen. Ich muss fremde Sprachen sprechen: eine große Bereicherung. Und so mache ich Übersetzungen für andere.

Aber, ich neben dem Meer mit zu viel Angst, um mit angehaltener Luft zu tauchen? Jawohl! Ich konfrontierte mich damit, und die Angst wurde zur Besessenheit. Mittlerweile habe ich sogar einen Schein als Taucher.

Ich half einem Freund, einen biologischen Bauernhof aufzubauen, und ich lebte in einem einfachen Schloss in der Natur mit Ziegen, Hühnern und anderen Menschen. Auf Ibiza irritiert es viele Leute, dass ich als gebildeter Mensch einen so einfachen Lebensstil habe. Es stört sie, dass ich nicht in ihre Stereotype passe. Aber ... wenn ich den Reichtum im Inneren trage, warum so viel Tand? Dadurch, dass ich in der Natur lebe, höre ich doch nicht auf, ein Mann von Klasse zu sein.

Selbstverständlich schreibe ich weiterhin für Zeitschriften. Als ich zum Besipiel auf Ibiza oberflächlich mit dem Thema der Elektroautos in Berührung kam, informierte ich mich aus verschiedenen Quellen und schrieb Artikel für Fachzeitschriften im Umweltbereich.

Ich bin Mitglied der Cooperativa Integral d'Eivissa, ich repariere Fahrräder und ich leite botanische Exkursionen.

Gereon Janzing

Aus einem meiner Bücher