Gereon Janzing, geobotánico y etnobotánico
Gereon Janzing, geobotánico y etnobotánico

Systemtheorie

Die Systemtheorie oder der Systemansatz ist ein Modell, Verhältnisse als ein System zu beschreiben, mit Wechselwirkungen einschließlich Rückkopplung. Sie wird in verschiedenen Wissenschaften angewandt, darunter Biologie (Ökologie) und Ethnologie (Kulturökologie), wo ein wichtiges Forschungsobjekt das Ökosystem ist. Die Kybernetik ist die Wissenschaft, die jedes beliebige System und vor allem die Rückkopplung behandelt.

Wir lernen schon von Systemen, wenn wir als Kinder mit einer Kiste mit Bauklötzen spielen. Nehmen wir die Kiste als System. So viel wir auch die Stellung der Klötze verändern, so ändert sich nicht ihre Zahl. Die Zahl der Klötze in der Kiste verändert sich, wenn wir Klötze aus der Kiste nehmen oder von außen welche hinzufügen. So transferieren wir Klötze von einem System in ein anderes. Die Prozesse im System verändern die Position und das Verhältnis zwischen den Klötzen, aber ihre Anzahl bleibt dieselbe. Wenn wir das, was wir hier gelernt haben, auf andere Zusammenhänge anwenden, verstehen wir schon einiges von Systemen.

Wie verändern Kaninchen die Nährstoffbilanz in einem Wald? Nehmen wir den Wald als System. Die Kaninchen im Wald können den Pflanzenbestand durch Selektionsdruck verändern, sie können den Nährstoffkreislauf beschleunigen, aber sie verändern nicht die Nährstoffbilanz. Wie wir es schon von den Bauklötzen wissen, können die Calcium-, Kalium-, Phosphoratome usw. ihre Position verändern, sie können an chemischen Reaktionen teilnehmen, aber ihre Menge verändert sich nicht durch Vorgänge innerhalb des Systemes (Wald). Wenn sich ein Kaninchen aus dem Wald hinausbewegt (egal, ob ein lebendes Kaninchen, das selber läuft, oder ein totes Kaninchen, das ein Jäger hinausträgt), bewegen sich mit ihm Nährstoffe fort. Und wenn ein Jäger Futter für die Kaninchen von außerhalb des Systems heranbringt, fügt er mit ihm dem System Nährstoffe hinzu.

Dasselbe gilt für die Energie. Wenn wir Energie in eine Elektrolyse von Wasser stecken, um Wasserstoff zu bekommen, und später den Wasserstoff verbrennen, um Energie zu gewinnen, ziehen wir dieselbe Menge Energie heraus, die wir hineingesteckt haben. Genau wie die Bauklötze kann die Energie sich nicht vermehren, ohne dass man von außen welche hinzufügt (prinzipiell kann man mehr Bauklötze aus Bäumen erschaffen, außerhalb des Alltags der Kinder, aber Energie kann man nicht erschaffen). Die Vorstellung, man könne aus einem System (etwa einem System von Magneten) konstant Energie herausholen, ohne welche hinzuzufügen, ist ebenso absurd wie diejenige, man könne aus einer Flasche konstant Wasser herausholen, ohne welches hineinzutun.

Viele Menschen glauben, man könne den Gebrauch fossiler Brennstoffe durch Bäumepflanzen ausgleichen. Wenn wir die Biosphäre als System nehmen, sehen wir, dass die fossilen Brennstoffe der Biosphäre Kohlenstoff hinzufügen (neben anderen chemischen Substanzen). Die Bäume ziehen den Kohlenstoff zeitweise aus der Atmosphäre, aber er verbleibt im Kreislauf der Biosphäre. Wenn wir den Kohlenstoffkreislauf verstehen (eine der Grundlagen der Ökologie), können wir nicht an einen solchen Ablass glauben.

Und wenn wir schließlich eine Gesellschaft als System nehmen, sehen wir, dass die Schaffung von Arbeitsstellen keinen Reichtum innerhalb des Systems schafft. Was Reichtum schafft, ist produktive Arbeit, diejenige Arbeit, die etwas schafft, was man als Reichtum ansieht. Wenn jemand eine unproduktive Arbeit macht, die nur geschaffen wurde, um Leute zu beschäftigen, kann das die Verteilung der Güter verändern, aber es trägt nicht zum Gesamtreichtum der Gesellschaft bei. Eine Maschine, die leicht kaputtgeht, trägt zur Beschäftigung bei und erhöht das Bruttoinlandsprodukt (das sich nur auf Transfer bezieht und nicht auf Produktivität), aber eine Maschine, die lange störungsfrei funktioniert, trägt mehr zum Reichtum der Gesellschaft bei. Viele Ökonomen verstehen das nicht, da sie nicht gelernt haben, in Systemen zu denken, und sie denken immer noch, das Fehlen von Arbeit sei ein Problem, das sich durch leicht kaputtgehende Maschinen lösen lässt. Und da sie eine unrichtige Diagnose des Problems stellen, können sie es nicht lösen. Wenn ein Ökonom das Denken in Systemen lernt, wird er zuallererst wissen, dass ein unbegrenztes Wachstum in einem begrenzten System (wie der Erde) nicht möglich ist.

Russisch: общая теория систем