Gereon Janzing, geobotánico y etnobotánico
Gereon Janzing, geobotánico y etnobotánico

Energie

Energie ist ein physikalisches Phänomen, das die Form ändern kann, sich aber nie in der Menge ändert. Das heißt, Energie entsteht nicht aus dem Nichts und verschwindet auch nicht im Nichts.

(Bemerkung: Das Wort „Energie“ wird auch in anderen Bedeutungen als der physikalischen verwendet, das wird hier nicht berücksichtigt.)

Alle lebenden Wesen hängen von Energie ab. Die wichtigste Quelle ist die elektroagnetische Energie (das Licht), die von der Sonne kommt, wo sie in einem Prozess der Kernfusion freigegeben wird, vor allem von vier Wasserstoffatomen zu einem Heliumatom. Viele Pflanzen und Bakterien (die photoautotrophen Organismen) wandeln mittels Photosynthese elektromagnetische Energie in chemische Energie um. Die Energie wird in Form von Kohlenhydraten und anderen organischen Verbindungen gespeichert. Die Tiere, Pilze und einige andere Organismen (die heterotrophen Organismen) müssen Energie in Form organischer Verbindungen aufnehmen, Produkte von Pflanzen oder anderen Organismen aufnehmen, da sie nicht imstande sind, elektromagnetische Energie in chemische Energie umzuwandeln. (Allerdings sind sie fähig, sie zur Erwärmung der Körper zu nutzen.)

Alles, was wir mit Muskelenergie tun, tun wir letztendlich mit Sonnenenergie, die durch die Nahrung aufgenommen wurde (wenn ich mich mit dem Rad bewege, bewege ich mich mit Sonnenenergie).

Auch gibt es, sehr lokal in den Meerestiefen, Bakterien, die chemische Verbindungen aus unterseeischen Vulkanen nutzen, um andere Verbindungen wie Kohlenhydrate aufzubauen. Diese sind die Grundlage der einzigen bekannten Nahrungskette, die von der Sonne unabhängig ist.

Die Energie, die wir technisch nutzen, basiert auch in erster Linie auf der Sonne. Wenn wir Kohle oder Erdöl als Energiequelle nehmen, nutzen wir fossilisierte Sonnenenergie.  Ein großes Problem jener Energiequellen ist, dass sie Kohlenstoff freisetzen und die Biosphäre mit diesem Element anreichern, in der Atmosphäre in erster Linie in Form von Kohlendioxid (fachsprachlich: Kohlenstoffdioxid). (Zu glauben, Elektrizität sei sauberer als fossile Energie, wie es manche beim Elektroauto glauben, ist sehr naiv, denn die Elektrizität braucht eine Quelle und ist somit bestenfalls so sauber wie ihre Quelle.)

Andererseits wird der Wirkungsgrad der Vorrichtungen zur Umwandlung elektromagnetischer Energie der Sonne in elektrische Energie immer besser, einfacher ist die Umwandlung in thermische Energie (Wärme). (Bemerkung: Da Energie nicht entsteht, nicht erzeugt wird, ist es nicht korrekt, von erneuerbarer oder regenerativer Energie zu sprechen. Was erneuerbar oder regenerativ ist, sind die Quellen der Energie.)

Einige Leute reden von einer Energie, die überall ist. Nun, so eine Energie kann man definieren, doch das ist etwas rein Theoretisches ohne praktische Relevanz: Eine Energie, die überall ist, ist nicht nutzbar, da zur Nutzung ein Energiegefälle nötig ist.

Auch die Bemerkung, dass Materie Energie ist (E = mc²), ist für die Energieversorgung ohne praktischen Nutzen, da (zumindest beim heutigen Stand der Technik) keine Möglichkeit besteht, diese Energie kontrolliert freizusetzen, es ist schon schwierig genug, bei der Freisetzung der Kernenergie die Kontrolle zu bewahren.

Viele Leute ohne Physikkenntnisse wollen Energie erzeugen, zum Beispiel mit einem Wasserstoffmotor. Woher stammt der Wasserstoff? Aus der Hydrolyse. Und wer in Systemen zu denken weiß (jeder Kybernetiker und wahrscheinlich jeder Ökologe) versteht, dass nicht mehr Energie herauskommt, als man hineingesteckt hat. Diese wunderbare Energievermehrung (und zugleich eine Entropieabnahme), an die einige Leute ohne Ausbildung glauben, widerspricht den grundlegenden Gesetzen der Physik.

Einige Konsumisten, die keine Energie sparen wollen, postulieren eine „freie Energie“, die wegen einer Weltverschwörung nicht genutzt werde. Diesen Ausdruck „freie Energie“ gibt es in der Physik für die Helmholtz-Energie (ein Thema zu weit weg von unsrem Zusammenhang hier). Doch weder die Physiker noch die Ökologen postulieren jemals die „freie Energie“ der Verschwörungstheoretiker. Bei dieser handelt es sich um eine imaginäre Energie, die ohne Quelle entsteht (zum Beispiel in einem System von Magneten, das konstant Energie abgibt, ohne dass man dem System welche hinzufügt). Diese Vorstellung ist ebenso kindisch, wie zu glauben, ein Kaninchen könne aus dem Nichts entstehen, weil wir es bei einem Zauberkünstler gesehen haben. Es ist verständlich, dass es Leute gibt, die keine Energie sparen wollen und so irgendeinen Unsinn erfinden, um zu rechtfertigen, dass Energiesparen unnötig sei. Die Praxis ist anders als solche kindlichen Träume, wie all jene wissen, die von Physik oder Ökologie verstehen. Wir Menschen sind nun mal den Gesetzen der Natur unterworfen. Andererseits haben einige Leute eine andere Erklärung für die „freie Energie“, sie sei Energie, die aus einer bisher ungenutzten Quelle stamme, etwas theoretisch Mögliches, obwohl der Name „freie Energie“ vielleicht nicht so passend ist. Wie auch immer, von einer Energiequelle zu sprechen, die nicht genutzt wird, löst kein Problem, vor allem nicht, wenn es als Vorwand genutzt wird, um keine Energie zu sparen.

Einige andere Energiequellen werden genutzt, wie etwa die Wärme der Erde (in großem Maßstab in Island, zu Demonstrationszwecken auf Lanzarote) und die Gezeiten (Energie, die von der Rotation der Erde im Verhältnis zu Mond und Sonne kommt und mit einer langsamen Abbremsung dieser Rotation einhergeht).